Logistikmitarbeiter wird abgelöst durch Transportroboter

Es wird Sie nicht überraschen: Für die Herstellung unserer hochwertigen Schneckenförderer werden viele Teile benötigt. Unser ehemaliger Logistikmitarbeiter Arie sorgte dafür, dass jeder in der Produktion über die für die Arbeit benötigten Teile und Werkzeuge verfügte. Aber dann ging Arie in den wohlverdienten Ruhestand. Was jetzt?

In der Regel ist der Ruhestand eines Mitarbeiters für ein Unternehmen recht gut absehbar. Wir hatten also genügend Zeit, uns über einen Nachfolger Gedanken zu machen; gemäß unserer Firmenphilosophie: „Automatisieren, wo möglich, und Handwerk wo nötig“.

Wie viel Zeit kostet der interne Transport?
Wäre es möglich, den internen Transport zu automatisieren? Und bringt das etwas? Wir haben untersucht, wie viel Zeit interne logistische Abläufe in Anspruch nehmen. Wir verfügen über 15 Arbeitsplätze in zwei großen Produktionshallen von 120 Meter Länge und 40 Meter Breite. Deshalb kostet es viel Zeit, um die Entfernungen zwischen den Arbeitsorten und dem Lager zu überbrücken.

560 Stunden zu Fuß pro Jahr
Eine Berechnung ergab, dass unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Werk ca. 560 Stunden pro Jahr zu Fuß unterwegs sind. Hinzu kommt noch die Arbeitsunterbrechungszeit. Wenn man beim Holen eines neuen Schraubenvorrats einen Kollegen oder eine Kollegin trifft, ist es eigentlich nicht üblich, ihn oder sie zu ignorieren, ohne nicht ein paar Worte über das vergangene Wochenende zu wechseln. Das würde zu einer merkwürdigen Arbeitsatmosphäre führen. Von einem vorbeifahrenden Roboter fühlt man sich hingegen nicht ignoriert.

Zeitersparnis und mehr Spaß bei der Arbeit
Mit einem Transportroboter könnte also viel Zeit gespart werden. Das würde zudem bedeuten, dass unsere Produktionsmitarbeiter keine Zeit mehr für die Teilebeschaffung aufwenden und mehr Zeit für die Herstellung der Schneckenförderer haben würden. Außerdem bedeutet dies für sie mehr Zeit für die angenehmeren Aspekte ihrer Arbeit.

Kraftprotz
Auf der Suche nach dem optimalen Roboter stießen wir schon schnell auf den MiR 100. Dieser verfügt über eine Ladefläche von 660 x 800 mm und eine maximale Tragfähigkeit von 100 kg. Zudem beträgt die Zugkraft dieses Roboters 300 kg. Das Fahrzeug hat eine Geschwindigkeit von 5,4 km/h und kann 20 km mit einer Akkuladung zurücklegen. So bleibt es den gesamten Arbeitstag mobil.

Autonom
Ein wichtiges Merkmal des MiR ist, dass er seine Umgebung mit einer 3D-Kamera, Bereichsscannern und Ultraschallsensoren autonom identifizieren kann. Das bedeutet, dass wir im Werk keine Anpassungen vornehmen mussten. Um die Integration zu fördern, haben wir uns entschieden, den Roboter nach seinem Vorgänger Arie zu benennen.

Anlaufschwierigkeiten
Der neue Arie brauchte etwas Zeit, um sich an seinen neuen Arbeitsplatz zu gewöhnen. So verwechselte er z. B. anfänglich die Rohrleitungen im Gang mit einer Wand und blieb stehen, weil er nicht mehr weiter wusste. Zudem störten ihn niedrige Sonneneinstrahlung oder Wasserpfützen in der Fabrik. Durch eine Anpassung der Sensoren und Scanner wurden diese Probleme behoben.

Nicht mehr wegzudenken
Mittlerweile sind einige Monate vergangen und ist Arie gut integriert. Er holt Teile aus dem Zentrallager und bringt sie zur Dreherei und zum Sägewerk, transportiert Transportdokumente vom Büro zum Logistiktresen und die Teile unserer Schneckenförderer zwischen den verschiedenen Arbeitsplätzen.

Ringverkehr
Arie wurde als eine Art „Ringlinie“ eingerichtet und fährt automatisch von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. An jedem Arbeitsplatz hupt er einmal und anschließend hat der Mitarbeiter ca. zehn Sekunden Zeit, um etwas in seine Ablage zu legen oder herauszunehmen. Anschließend fährt Arie weiter zur nächsten Haltestelle.

Bedienung über Touchscreen
Jede Werkbank verfügt über einen Touchscreen. So können unsere Mitarbeiter Arie über das WLAN-Netzwerk aufrufen. Arie unterbricht dann seinen Ringverkehr, um direkt zum betreffenden Arbeitsplatz zu fahren. Der Mitarbeiter kann dann das zu transportierende Teil in die Transportkiste legen und den Namen des Empfängers auf dem Touchscreen markieren. Nach Ablieferung der Bestellung nimmt Arie den Ringverkehr wieder auf.

Unentbehrlich
Wir haben unsere Mitarbeiter schon früh in die geplante Einführung des Transportroboters mit einbezogen. Das hat zu seiner Akzeptanz beigetragen. Für manche ist er sogar bereits unentbehrlich. Anfänglich kam Arie manchmal noch abhanden. Darin unterscheidet er sich nicht einmal so sehr von seinem Vorgänger, wurde gescherzt. Manche Mitarbeiter behaupteten sogar, dass Sie nicht mehr ohne ihn auskommen und nicht mehr weiterarbeiten könnten. Sie vergessen dabei, dass Sie die benötigten Sachen auch selber holen könnten.

Zukunftspläne
Wenn ein neuer Mitarbeiter einen guten Eindruck macht, wird schon schnell über seine Zukunft im Unternehmen gesprochen. Arie ist zwar nicht sehr gesprächig, aber wir haben eine Menge Ideen. Die beliebteste Idee ist, Arie auch Kaffee ausfahren zu lassen.

Aber es gibt auch ernsthaftere Pläne. So verfügen wir beispielsweise über ein umfangreiches ERP-System, das bereits viele Vorgänge automatisiert ablaufen lässt. Eine Idee ist, Arie über dieses System zu benachrichtigen, wenn Transportdokumente erstellt werden. Arie kann diese dann sofort abholen und in die Werkstatt bringen. Wir sind davon überzeugt, dass wir Arie in Zukunft noch enger in unser ERP-System einbinden können und er noch viele andere nützliche Aufgaben übernehmen wird.

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